Ronald Paris. Malerei

Willi-Sitte-Galerie Merseburg, Domstraße 15, 06217 Merseburg

03. Juni – 12. August 2012

nd vom 16.07.2012: „Da saß Ronald Paris mit Willi Sitte in der »Frohen Zukunft« flachsend beieinander, ein Tag bevor die Ausstellung des einen in der Galerie mit dem Namen des anderen eröffnet wurde; zwei Nestoren der Malerei aus der DDR, die ihre Erinnerungen in Büchern festgehalten haben; keine Malerfürsten, aber wahre Maler, die mit dem edlen Antrieb des Wahrhaftigen Farbe bekennen. Beide sind aus einem konformistischen Realismus ausgebrochen, aber hielten als Künstler von Format und Charakter dennoch am Realismus fest; das hat mit künstlerischer Überzeugung zu tun. In diesem Sinne lehrten beide als Professoren an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten. Zu hoffen wäre, wenn von diesen Meistern des Realismus, die immer der Völker Würde und Schönheit für des Malens wert hielten, eine schulbildende Kraft ausginge. Paris konnte von 1993 bis 1999 an der »Burg« die hervorragende Ausbildung, die er selbst bei Arno Mohr, Toni Mau, Bert Heller, Kurt Robbel und Gabriele Mucchi und zudem als Meisterschüler Otto Nagels genoss, weitergeben.

Ein Gebot des Realismus ist es, das Geschehen um einen her und in weiter Ferne kritisch und mit Zweifel wahrzunehmen. Nicht von ungefähr blickt Ronald Paris auf seinem kleinen Selbstbildnis, einer in dunklem Grau gehaltenen Pinselzeichnung aus dem Jahre 2008, unter seiner Malerkappe aus großen Augen, zwischen denen sich tiefe Falten eingegraben haben, finster in die Welt. Dem widerspricht die vor dem offenen Fenster liegende romantische »Mondnacht auf Syphnos«, Öl, 2010, die mit einem anderen, für den Maler zutreffenderen Blick gesehen wurde und welcher die Augenlust an der Welt anzumerken ist. Als Realist schenkt Paris zuerst der Präsenz des Augenscheinlichen seine Aufmerksamkeit und tritt vehement mit seinem Gegenüber in einen Dialog, wenn sich mit ihm ein Stück vom Leben und von Schönheit aufführen lässt.

In über 40 Bildern, die er mit Dietmar Rother vom Förderkreis Willi Sitte Galerie beziehungsvoll über die Räume des Hauses verteilt hat, weckt er zum einen in kleineren Zeichnungen und Grafiken Erinnerungen an historische Ereignisse. Doch in den Ölbildern, Gouachen und Aquarellen präsentiert er vor allem eine Vielzahl von Landschaften, in denen öfters auch menschliche Gestalten eine Rolle spielen. Der Thüringer Paris, der zehn Jahre in Rostock lebte, aber vor allem in Berlin und heute bei Berlin, in Rangsdorf, lebt und arbeitet, lädt zu einer Reise zu fernen und nahen Gegenden der Welt ein. Nach Spanien, wo wir auf einem Ölbild des Vorjahres nach Andalusien versetzt werden und auf die »Römische Brücke vor Cordoba« blicken. Nach Italien, in die Toskana, mit einem Aquarell von 1998 zum Verweilen in San Ottaviano. Und nach Indien, wo uns in den Backwaters von Kerala Fischer begegnen. Nach Irland, mit einem gestrandeten Kutter und Meerestoben, das die Küste wabenhöhlengleich zerklüftet hat. In die sagenhafte Ägäis sowie mit zauberhaften Aquarellen an den heimischen Bodden und an die Saale bei Mücheln und Wettin. Das Gesehene wandelte Paris in kraftvoll gestaltete Bilder voll großer Farbenfülle mit wechselndem, gegen Schatten geführtem Licht und dramatisiertem Motiveinsatz zu sinnlich erfahrbaren Lehrstücken.

Dass bei der Gestaltung seiner Bilder Paris das Dramatische der Vorgänge fasziniert, zeigen die Kämpfe in der Stierkampfarena, deren Ende er 2011/12 in den großen Ölbildern »Das letzten Olé in Katalonien« festhielt, ein Triptychon, dessen drei Hochformate ungewöhnlich sind; das mittlere besitzt mit einem am Boden verendenden Stier Predellen-Momente. Bei den Szenen und den abwehrenden, verschreckten und sich wechselseitig schuldzuweisenden Gebärden der Stierkämpfer wie den sich erlöst zeigenden der Señoritas stößt man in der dreidimensional wirkenden Bildfläche auf die Struktur des Szenarischen, die erneut die enge Beziehung des Malers zur Dramatik verrät. Sie ist bei dem Kind eines Schauspielers und Sängers naturwüchsig, doch das Dialogische ist insbesondere durch das Zeichnen in Berliner Theaterinszenierungen in seiner Begabung tief verinnerlicht.“ weiterlesen

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Passage – Roland Borchers

Burg Beeskow, Altes Amt, Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow

8. Juli bis 7. Oktober 2012

Roland Borchers dürfte dem Kenner der Burg Beeskow kein Unbekannter sein: Bereits in der vom Kunstarchiv Beeskow ausgerichteten Ausstellung „BilderBühnen“ forderte sein Bild „Im Turm“ (1983/86) zur Diskussion heraus. Umso mehr darf man gespannt sein auf eine aktuelle Werkschau, die auf Burg Beeskow vom 7. Juli bis zum 7. Oktober 2012 zu sehen sein wird.

Sich bewegend durch Raum und Zeit auf dem „forschenden Weg, in unterschiedlichster Weise gepflastert“* – dem selbst formulierten Credo folgt der Titel dieser seiner Ausstellung, die Roland Borchers „PASSAGE“ nennt. Dabei fängt er im Durchschreiten des Hier und Jetzt betörende Eindrücke ein; man glaubt, sie verharrten nur kurz und entschwänden bald darauf auf den weiten Farbflächen. Allein der Künstler verschafft uns einen endlosen Augenblick, der es erlaubt, das Außen im Inneren widerhallen zu lassen. Es sind vor allem Borchers großformatige Bilder der letzten fünf Jahre, die diese Stimmung erzeugen.

Seine frühen Arbeiten aus den 1980er Jahre, die der Künstler bewusst dagegen setzt, wirken indes zwar dinghafter, aber auch schwermütig, fast resignativ. Damals hatte der angehende Maler gerade damit begonnen, das Hintergründige des Realen auf ganz eigene Weise zu enthüllen, und dabei Grenzen überschritten.

Es ist dieser Spannungsbogen zwischen zwei Werkgruppen, der Borchers selbst gewählten Weg am besten beschreibt: Veränderung zuzulassen, um jeder Wirklichkeit als Künstler teilhaftig zu werden und so zu sich selbst zu finden. Für Beeskow hat Roland Borchers rund dreißig Ölbilder ausgewählt, darunter seine Interpretation des biblischen Turmbaus, die er als Absolvent der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig schuf.

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Presse:

Märkische Oderzeitung vom 16.07.2012

Märkische Oderzeitung vom 9.07.2012

„Plattner baut doch am Jungfernsee“

Märkische Allgemeine vom 5.07.2012: „Mäzen gibt seine Pläne für ein Museum in der Stadtmitte endgültig auf, bleibt aber Potsdam treu.

Der Software-Milliardär Hasso Plattner hat gestern endgültig von seinem Vorhaben Abstand genommen, eine Kunsthalle am Standort des heutigen Mercure-Hotels zu errichten. Dies teilte er Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) in einem offenen Brief mit (siehe unten). Stattdessen will der SAP-Gründer nun auf einem ihm eigenen Grundstück am Jungfernsee eine Halle für DDR-Kunst errichten. Die Stadtmitte kommt gar nicht mehr in Frage.

Vorausgegangen war der Entscheidung eine wochenlange, teilweise heftig geführte Debatte. Bereits Mitte Juni hatte Plattner einen Rückzieher vom Standort Mercure gemacht, konnte jedoch Dank einer von der Bürgerinitiative „Mitteschön“ organisierten Montagsdemo umgestimmt werden. In den letzten Tagen hatten sich allerdings namhafte Architekten dafür ausgesprochen, auch alternative Standorte am Lustgarten für die Kunsthalle in Erwägung zu ziehen und einen Architekten-Wettbewerb für den Bau auszuloben.

Dass der Standort Mercure jedoch hinter den Kulissen noch lange nicht in trockenen Tüchern war, begann sich bereits in den vergangenen Tagen abzuzeichnen. Nach MAZ-Informationen nahm der Hoteleigentümer, die Investment-Gesellschaft Blackstone, die Entscheidung über den Verkauf des Mercure-Hotels überraschend von der Tagesordnung. Eigentlich hätten bis zum 15. Juli Nägel mit Köpfen für den Verkauf gemacht werden müssen, doch die Frist war auf August vertagt worden.

Trotz des Rückzugs aus der Mitte beabsichtigt Plattner, wie geplant, vom 22. Juli bis zum 16. September eine Ausstellung mit Werken seiner DDR-Kunstsammlung im Kutschstall am Neuen Markt zu zeigen, hieß es gestern. Die im Aufbau befindliche Sammlung umfasst etwa 25 Arbeiten herausragender Künstler der DDR wie Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig und Arno Rink aus deren Schaffen vor und nach der Wende.

TV-Moderator Günther Jauch bedauert das Aus für die von Mäzen Hasso Plattner geplante Kunsthalle in Potsdams Stadtmitte zutiefst. „Eine solche Chance bekommt Potsdam nie wieder”, teilte der Wahl-Potsdamer heute mit. „Dieses Trauerspiel samt der verheerenden Außenwirkung wird die Stadt noch lange verfolgen”, so der Moderator.

„Ein städtebaulicher Schandfleck wäre verschwunden. Eine moderne Kunsthalle wäre erstanden. Eine großartige Sammlung hätte ihren würdigen Platz in der Mitte Potsdams gefunden. Und das alles geschenkt.” Jauch, selbst großer Förderer Potsdams – äußerte jedoch Verständnis für den Software-Milliardär Plattner. Zugleich befürchtet der Talkmaster weitreichende Folgen für die Landeshauptstadt: „Wer möchte da für Potsdam noch ebenso mutig wie großzügig mäzenatisch tätig sein?”, fragte er.“ weiterlesen

Max Uhlig – Ölbilder, Aquarelle und farbige Zeichnungen

Alte Ziegelei, Steigwiesen 3, 88090 Immenstaad

1. Juli bis 31. Oktober 2012

schwäbische.de vom 2.07.2012: „Es sind großformatige Bilder voller Wucht und Dynamik, die sich beim ersten Sehen sofort tief einprägen. Mit wildem Gestus hat der Künstler seinen Pinsel gesetzt, Linien kreuzen und überlagern sich, verdichten sich zu einem abstrakten Liniengefüge. Aus den breiten Strichen in unterschiedlichen Farben entstehen ungemein kraftvolle Porträts und Landschaften. Bilder, die den Betrachter fordern – er muss sich ihnen stellen, sie aushalten.

Einige Gesichter sind wie unter einem Dornengeflecht verborgen, das lässt an Folter denken, an Unterdrückung auf vielfältige Weise. Aufschrei einer geschundenen Kreatur, also nicht unbedingt Bilder, die man ständig im eigenen Wohnraum vor Augen haben möchte, weil der Stachel tief drin sitzt. Der 1937 in Dresden geborene Künstler hat an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden studiert und war Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste Berlin. In der früheren DDR hatte er mit seiner Malweise natürlich Schwierigkeiten mit dem Regime, ging aber unbeirrt seinen Weg. Wo offiziell eine Kunst gefragt war, die das Regime verherrlichte, setzte er Elemente des Informel entgegen, malte expressiv abstrakt und schuf sich schon damals einen guten Ruf im Westen. Die ehemals in Ravensburg und Stuttgart, heute in Dresden ansässige Galerie Döbele, die die Ausstellung ausrichtet, hat ihm schon 1989 eine Einzelausstellung gewidmet. Inzwischen zählt Max Uhlig zu den Künstlern internationalen Ranges, ist ein Klassiker geworden.“ weiterlesen

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Kunst bleibt Kunst. Malerei und Grafik 1949 bis 1989

Galerie 1530, Marktstr. 1, 38855 Wernigerode

5. Juli 2012 bis November 2012

Die GALERIE 1530 auf dem Kunsthof Wernigerode zeigt von Juli bis November 2012 Malerei und Grafik, entstanden in der DDR zwischen 1949 und 1989.

Zwei Wernigeröder Sammler haben ihre Grafikschränke geöffnet, ihre Wände geplündert und mehr als 100 Arbeiten zur Verfügung gestellt. Bis November können die Kunstwerke in der GALERIE 1530 besichtigt werden.

Ziel der Ausstellung ist es, einen Ausschnitt aus dem Schaffen namhafter Künstler aus der DDR zu zeigen und einen Einblick zu geben in die Vielfalt, den Einfallsreichtum, die künstlerischen und menschlichen Qualitäten dieser Künstler – weitab von Auftragskunst und DDR-Kulturpolitik. Hier kann das weitverbreitete Vorurteil, Kunst sei zwischen 1949 und 1989 ausschließlich staatlich gelenkt und daher außerordentlich eintönig und langweilig gewesen, überprüft und an den meist hervorragenden Arbeiten ad absurdum geführt werden.

Dem aufmerksamen Betrachter wird aber auch die politisch kritische Haltung mancher Künstler nicht verborgen bleiben. Sie alle als Widerstandskämpfer zu bezeichnen, wäre sicher übertrieben. Aber auch sie haben mitgewirkt an einer Entwicklung, die schließlich zur friedlichen Revolution 1989 geführt hat.

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„Eine kleine, feine Sammlung ostdeutscher Kunst“

Was der SAP-Gründer und Milliardär Hasso Plattner bisher für sein Potsdamer Ausstellungsprojekt zusammengetragen hat, kann sich schon mal sehen lassen.

Tagesspiegel vom 23.06.2012: „Weit streckt dieser Wechselbalg sein rechtes Bein vor. Es ist nackt, das linke, abgeknickte steckt in betressten Uniformhosen. Ein Zwitterwesen, wenn auch unvollständig: Der Kopf ist kaum der Rede wert und mit dem Rumpf ist auch nicht viel los. Ein Arm endet in der geballten Faust, dem Symbol klassenkämpferischer Arbeiterschaft, der andere reckt sich zum Hitlergruß. Der „Jahrhundertschritt“ ist eine der bekanntesten Skulpturen der DDR-Kunstgeschichte. Geschaffen hat sie der 2004 verstorbene Leipziger Maler Wolfgang Mattheuer 1984.

Abgüsse in Eisen oder in Bronze stehen unter anderem im Museum Moritzburg in Halle, vor der Berliner Volksbank an der Budapester Straße sowie vor dem Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig.

Sollte es Hasso Plattner gelingen, in Potsdam seine Kunsthalle zu bauen und vor dem Eingang ein Exemplar von Mattheuers „Jahrhundertschritt“ zu platzieren, wäre damit die Qualitätsmarge gesetzt: Hier darf der Besucher das Beste erwarten.

Beharrlich hat Plattner in den letzten Jahren Arbeiten prominenter, ehemals in der DDR lebender Künstler erworben. DDR-Kunst kann man diese kleine Kollektion aber nicht nennen, denn viele Werke sind erst in den Jahren nach der Wiedervereinigung entstanden. Ein Statement gibt der Sammler damit trotzdem ab, sein Bekenntnis zur künstlerischen Weltsicht aus dem Osten, die sich, mal grüblerisch-geschichtsversessen, mal heiter und entspannt, meist am Sichtbaren abgearbeitet hat. Mit Realismus, gar sozialistischem, hat das bekanntlich wenig zu tun.

Neben Mattheuer, dem spröden eigenbrötlerischen Spätromantiker, von dem Plattner außerdem etliche bezaubernde Landschaftsbilder besitzt, hat der Sammler vor allem späte und letzte Bilder des vor einem Jahr gestorbenen Bernhard Heisig erworben. Neben privaten Sujets wie der im Abendrot glühenden Havellandschaft um Heisigs letzten Wohnort Strodehne gibt es Gemälde, die seine Theater- und Literaturleidenschaft spiegeln. Trotz nachlassender Körperkräfte zeigt sich der Maler in einem Bild wie „Mephistopheles“ von 2008 als Meister der Psychologisierung. Viel seltener als gedacht kommt das, was man als Leipziger Schule bezeichnet, mit dem weltanschaulichen Holzhammer daher.“ weiterlesen

zum Thema:

Märkische Allgemeine vom 23.06. 2012

pnn.de vom 23.06.2012

zur Diskussion um den Bau der Kunsthalle

Harald Metzkes erhält Brandenburgischen Kunstpreis 2012

castlewelt.de vom 24.06.2012: „Stiftung Schloss Neuhardenberg – Preisverleihung und Ausstellungseröffnung – In Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, und der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Prof. Dr. Sabine Kunst, wird am Sonntag, 8. Juli, 11 Uhr, im Großen Saal von Schloss Neuhardenberg der »Brandenburgische Kunstpreis 2012« verliehen, den die Märkische Oderzeitung in Kooperation mit der Stiftung Schloss Neuhardenberg ausgeschrieben hat. Ausstellung zum »Brandenburgischen Kunstpreis 2012« vom 10.Juli. bis 12. August 2012.

Den »Ehrenpreis des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg« für eine herausragende künstlerische Lebensleistung erhält in diesem Jahr der 1929 in Bautzen geborene Maler Harald Metzkes. Ministerpräsident Matthias Platzeck wird dem heute in Wegendorf (Märkisch-Oderland) lebenden Begründer und Hauptvertreter der sogenannten Berliner Schule die Auszeichnung persönlich überreichen. Der als »Cézannist vom Prenzlauer Berg« bekannt gewordene Meisterschüler von Otto Nagel zählt zu den bedeutendsten Künstlern der DDR. Entgegen der offiziellen DDR-Kunstpolitik, von der er sich nie vereinnahmen ließ, setzte Metzkes sich in seinem Werk vor allem mit Pablo Picasso, Paul Cézanne, Giorgio de Chirico und der italienischen »pittura metafisica« auseinander.“ weiterlesen

zum Thema

Presse:

neues deutschland vom 10.07.2012

Niederlausitz aktuell vom 9.07.2012

Lausitzer Rundschau vom 3.07.2012

Die Insel. Malerei von Usedom

Museum Schloss Güstrow, Wirtschaftsgebäude, Franz-Parr-Platz 1, 18273 Güstrow

24. März bis 26. August 2012

Die Insel im Nordosten der Republik bot Künstlern und Intellektuellen Erholung und politisches Refugium, Inspiration und künstlerische Experimentierfelder. Die Bevorzugung des landschaftlichen und maritimen Themas, von Stillleben und Porträt sowie die Verbundenheit der Künstler untereinander und die Spezifik der Insellage verleihen der Usedomer Malerei ihren eigenen Charakter. Zu sehen sind rund 50 Werke von Sabine Curio, Susanne Kandt-Horn, Vera Kopetz, Rosa Kühn, Otto und Oskar Manigk, Otto Niemeyer-Holstein, Karen Schacht, Herbert und Matthias Wegehaupt. Mit diesem Überblick über sieben Jahrzehnte Kunstschaffen auf der Malerinsel setzt das Staatliche Museum die Präsentation seiner Ankäufe ostdeutscher Kunst auf Schloss Güstrow fort.

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Max Uhlig. Wartende und Vorübergehende

Burg Beeskow, Unterm Dach, Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow

10. Juni bis 19. August 2012

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Galerie am Sachsenplatz Leipzig

Bereits vor drei Jahren fand die Burg Beeskow in der Leipziger Galerie am Sachsenplatz einen aufgeschlossenen Kooperationspartner: Über die Brandenburgische Landesgrenze hinaus holte man bekannte Künstler aus dem sächsischen Raum an die Spree und begann mit einer Auswahl aus dem Werk von Gerhard Altenbourg. Nun zeigt der Galerist Volker Zschäckel rund dreißig Kohlezeichnungen des Dresdners Max Uhlig. Die kleine, aber feine Auswahl wird einen Besuch auf Burg Beeskow ab dem 10. Juni 2012 auf jeden Fall lohnen.

Dabei vereint die Reihe „Wartende und Vorübergehende“ Arbeiten aus den 1980er Jahren. Es sind Menschen und Menschengruppen, die Uhlig geradezu plastisch aus der Linie formt. Formaler Umriss und skizzenhafte Andeutung werden dabei in Balance gehalten. So entwickelt der Künstler einen Ausdruck, der sich zu seiner Herkunft – Hans Theo Richter und Max Schwimmer waren Uhligs Lehrer – bekennt, aber zugleich kraftvoll davon absetzt. Es ist ebendiese lebendige Souveränität der Linie, die den Betrachter vor Uhligs Grafiken verharren und darin forschen lässt. Was man erblickt, ist künstlerische Selbstvervollkommnung und Demut vor dem Gegenstand in einem.

Die thematisch geschlossene Schau auf Burg Beeskow ist dem 75. Geburtstag von Max Uhlig gewidmet und erlaubt einen Einblick in das Werk eines der namhaftesten Künstler unserer Zeit.

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zum Thema:

Focus online vom 22.06.2012

Wieland Förster – Plastiken & Strawalde – Malerei

Galerie KUNST-KONTOR, Bertinistrasse 16 B, 14469 Potsdam

13. Mai – 8. September 2012

pnn vom 23.5.2012: „„Sie sehen nur rote und gelbe Flächen und meinen das wäre abstrakt? Für mich ist das ein lebendiges Bild der Natur. Das ist wie eine Wiese, wo das Insekt von Blume zu Blume fliegt“, erklärt Jürgen Böttcher. Der Maler ist allerdings unter dem Namen Strawalde erheblich bekannter. Seit etlichen Jahrzehnten nennt er sich nach seinem Heimatort Strahwalde in der Oberlausitz. „Ich knete die Farben wie einen Kuchenteig, ich fahre mit den Fingern über die Fläche und hinterlasse tiefe Furchen im Bild“. Bildermachen ist für den Maler Strawalde keine Kopf- sondern eine Gefühlssache. Mit Kraft und Hingabe bannt er die Farbe auf die Leinwand.

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens ihrer Galerie Kunst-Kontor vereint Friedericke Sehmsdorf die beiden Multitalente Strawalde und Wieland Förster in einer aktuellen Ausstellung. Während der Maler Strawalde nach einem Studium der Bildenden Kunst noch Regie studierte und zahlreiche, vorwiegend dokumentarische Filme drehte, blickt der Bildhauer Wieland Förster zudem auf ein umfangreiches literarisches Werk zurück. In der Galerie allerdings beschränken sich die beiden auf die bildende Kunst. Er sei immer wieder fasziniert von „dem Weiblichen, dem sich Entfaltenden“, bemerkt der Bildhauer. Seine „Kleine Sinnende“ hockt mit angezogenen Beinen und blickt versonnen auf den Boden, ihre volle Pracht entfaltet „Die Liegende“, hin gegossen auf einen schmalen Sockel. Mit dieser Ausstellung setzt die Galeristin einen Glanzpunkt in der Potsdamer Kunstlandschaft.

„Man glaubt es kaum, aber beide Künstler waren bisher noch in keiner Ausstellung vereint“, sagt Friederike Sehmsdorf. Zwar stammten beide aus der verblichenen DDR, wurden 1930 beziehungsweise 1931 geboren, haben in Dresden studiert und blicken auf ein enorm schaffensreiches Leben zurück, dessen Kreativität auch noch längst nicht ausgeschöpft sei. Dennoch habe es in den vergangenen Jahrzehnten grundsätzliche Unterschiede gegeben. Die politischen Ansichten der Künstler hätten sich im vormals verordneten Sozialismus deutlich unterschieden. Möglicherweise sei dies ein Grund für die bisherige Distanz der beiden Künstler zueinander, so die Galeristin.

Wieland Förster musste sich einer Verurteilung zu zehnjähriger Zwangsarbeit durch die sowjetische Besatzungsmacht wegen unerlaubtem Waffenbesitz beugen. Zwar wurde er nach vier Jahren begnadigt, aber danach war er endgültig schlecht zu sprechen auf Ideologien aller Art. Entsprechende Ausstellungsverbote folgten. Dennoch wurde Förster später zum Vizepräsidenten der Akademie der Künste Ost gewählt. Den späteren Bildhauer prägte schon früh eine deutliche Abneigung gegen staatlich verordneten Konformismus. Das hatte seinen Grund nicht zuletzt in der Missachtung, die der Linkshänder in der Schule erfuhr. Mit brutalen Schlägen auf die „schlechte Hand“ versuchte ein eingefleischter Nazi dem Jungen mit der „Judennase“ den rechten Weg zum „deutschen Volk“ zu weisen. Die überlangen blonden Haare trugen ein weiteres zum Außenseitertum Försters bei, wiesen ihn aber immerhin als Arier aus. Förster beschreibt Kindheit und beginnende Jugend im seinem Buch „Seerosenteich“. Die bilderreiche, lebendige Sprache, der Witz und die feine Beobachtungsgabe des Bildhauers, der ansonsten mit schwerem Metall und gewichtigen Bronzen hantiert, erstaunt. Förster entwirft auf nur wenigen Seiten ein überaus facettenreiches Panorama seiner Jugendzeit unter den Nationalsozialisten und setzt seiner schwer arbeitenden, allein erziehenden Mutter ein achtungsvolles Denkmal. Die menschliche Figur, die Achtung vor dem einzelnen und die Hingabe an „das Weibliche“ prägen sein Schaffen.“ weiterlesen

weitere Informationen: Galerie KUNST-KONTOR