Ausstellungseröffnung: Die eigene Sicht. Über das Wirken von Künstlerinnen in der DDR in Frankfurt (Oder)

17:00 bis 18:00 Uhr
Veranstaltungsort: Europa-Universität Viadrina, Hauptgebäude

Erst Ende der 1980er-Jahre wurde in der DDR die Rolle des Geschlechts in der Kunst öffentlich in den Fokus genommen. Zuvor wurde diese Kategorie weder als Einflussfaktor in den Arbeitsbedingungen noch im kreativen Schaffensprozess berücksichtigt. Da Frauen den Männern offiziell gleichgestellt waren, musste das Geschlecht demnach auch nicht gesondert betrachtet werden. Vielmehr wurde es genutzt, um auch in der Kunst vorgeschriebene Rollenbilder zu vertiefen. Die Ausstellung mit ausgewählten Werken der städtischen Artothek gibt nun am Beispiel von Frankfurt (Oder) einen Einblick wie Künstlerinnen in der DDR arbeiteten und welche Rolle das weibliche Geschlecht in der DDR-Kunst tatsächlich hatte.

Die Artothek der Stadt Frankfurt (Oder) ist eine kulturelle Einrichtung, bei der Werke der Malerei und Grafik privat oder durch öffentliche Einrichtungen ausgeliehen werden können. Die Sammlung umfasst die Bestände der ehemaligen DDR-Einrichtungen des Baustabs für Bildkunst und Denkmalpflege sowie des Zentrums für künstlerische Werkstätten und ist dabei zugleich ein Zeugnis der DDR-Kunstszene in Frankfurt (Oder).

Sighard Gille: Aufbauen und krachen lassen

Georg Leisten, in: nd, 

Eine kompakte Werkmonografie enthüllt den Gestaltwandler Sighard Gille zwischen Alter und Neuer Leipziger Schule als Maler im »Gestus des Dennoch« weiterlesen…

Uwe M. Schneede: Sighard Gille. Zeitbilder – Werke aus 50 Jahren. E.A. Seemann. 112 S., geb., 30 €.

Thüringen: Initiative will Wismut-Kunst dauerhaft nach Gera holen

Kathleen Bernhardt, MDR Kulturdesk, 16.03.2026:

Die Kunstsammlung des DDR-Bergbauunternehmens Wismut lagert bislang in einem Depot in Chemnitz. Eine Initiative will die rund 4.000 Werke nach Gera holen und sieht im geplanten Museumsneubau im Zentrum die Chance für eine dauerhafte Präsentation. Oberbürgermeister Kurt Dannenberg stellt für das kommende Jahr jedoch zunächst nur eine Sonderausstellung zur Wismut‑Kunst in Aussicht – sie wäre ein erster, richtungsweisender Schritt. anhören…

Leipzig: Ausstellung zeigt DDR-Geschichte der Galerie Eigen + Art

Eva Gaeding, MDR Kulturdesk, 14. März 2026:

Die Galerie Eigen + Art gehört zu den bekanntesten kommerziellen Galerien Deutschlands. Sie vertritt Künstler wie Neo Rauch oder Kristina Schuldt und auch Kreative aus den USA, Frankreich oder Israel. In einer Ausstellung beleuchtet sie nun erstmals ihre eigenen Wurzeln in der DDR. Es ist eine Zeitreise in die alternative Kunstszene im letzten Jahrzehnt des Arbeiter- und Bauernstaates. anhören…

14. März bis 18. April 2026, Galerie Eigen + Art, Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig, Dienstag bis Samstag, von 11 bis 18 Uhr

Queere Kunst in der DDR?

Eröffnungen

25.3.2026
Soft Opening, Werkbundarchiv – Museum der Dinge (17-19 Uhr)
Soft Opening mit Vorstellung der Publikation, KVOST (18-21 Uhr)

26.3.2026
Soft Opening, Mitte Museum (18-21 Uhr)

27.3.2026
Offizielle Eröffnung des Projekts, nGbK (18-21 Uhr)

https://www.mittemuseum.de/de/veranstaltung/2026/vernissage-queere-kunst-in-der-ddr

Der letzte Maler des Sozialismus: Künstler Günther Brendel kurz vor seinem 96. Geburts­tag gestorben

Danuta Schmidt, in: nd, 3.3.2026:

Der Maler Günther Brendel starb am 8. Januar kurz vor seinem 96. Geburtstag. Damit stirbt auch der letzte der jungen berühmten Künstler der Aufbaujahre in der DDR. Walter Womacka und Werner Stötzer, seine Wegbegleiter, sind lange tot. weiterlesen…

Künstlerinnen in Ostdeutschland 1949–heute (Quedlinburg, 12-13 Nov 26)

Museum Lyonel Feininger, Welterbestadt Quedlinburg, 12.–13.11.2026
Eingabeschluss : 13.04.2026

Zwischen System und Selbstentwurf. Künstlerinnen in Ostdeutschland
1949–heute.

Mit dem interdisziplinären Workshop „Zwischen Rollenklischees und
Rebellion: Frauen in der Kunstgeschichte und ihre Darstellungen“ eröffnete
das Museum Lyonel Feininger eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Rolle
von Frauen in der Kunst – als Produzentinnen wie als dargestellte
Subjekte. Die Tagung „Zwischen System und Selbstentwurf. Künstlerinnen in
Ostdeutschland 1949–heute“ führt diese Debatte weiter und richtet den
Fokus auf Künstlerinnen im historischen Kontext der DDR sowie auf
Entwicklungen nach 1990 bis in die Gegenwart.

Ausgangspunkt ist die an das Symposium angebundene Ausstellung „Frauen sind
…!“ (20. August 2026–11. Januar 2027), die fünf Künstlerinnen mit
ostdeutscher Biografie – Grita Götze, Kerstin Grimm, Kat Menschik, Luise
Neupert und Tanja Pohl – in den Mittelpunkt stellt. Gezeigt werden
ausschließlich Darstellungen von Frauen, geschaffen von Künstlerinnen.
Die Ausstellung greift die Frage auf, ob und inwieweit insbesondere
Künstlerinnen mit ostdeutscher Biografie national und international
wahrgenommen werden – und in welchem Maß ihre Präsenz im
kunsthistorischen Diskurs einer erneuten Diskussion bedarf.

Der bewusst offen formulierte Titel „Frauen sind …!“ verweigert eine
abschließende Definition. Er verweist auf Vielfalt, Widerspruch und
Ambivalenz weiblicher Bildproduktion. Die fünf Positionen stehen
exemplarisch für unterschiedliche Lebenswege und künstlerische
Strategien, die sich im Spannungsfeld von Anpassung, Widerstand,
Selbstbehauptung und ästhetischer Eigenständigkeit entwickelten –
vielfach mit biografischen Anfängen in der DDR und einer kontinuierlichen
künstlerischen Praxis nach 1990.

Das räumliche Ausstellungskonzept arbeitet mit Gegenüberstellungen: Ideal
und Bruch, Ornament und Abgrund, Harmonie und gesellschaftliche
Zuschreibung. Weiblichkeit erscheint hier nicht als geschlossene Kategorie,
sondern als offenes Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Projektion,
Selbstbild und Fremdbild.

Die Tagung greift diese Aspekte auf und erweitert sie in historischer,
theoretischer und systematischer Perspektive. Sie fragt nach
institutionellen Rahmenbedingungen künstlerischer Arbeit in der DDR, nach
individuellen Strategien zwischen Systembindung und Selbstentwurf sowie
nach alternativen Öffentlichkeiten. Ebenso stehen die Entwicklungen nach
1990 im Fokus: Rezeption, Kanonbildung, Sammlungspolitik und gegenwärtige
Arbeitsrealitäten von Künstlerinnen in Ostdeutschland werden kritisch
reflektiert.

Wir ermutigen Beitragsvorschläge zu folgenden (nicht abschließenden)
Themenfeldern:

1. Institutionelle Rahmenbedingungen und Berufsbiografien in der DDR
Ausbildungswege, Verbandsstrukturen, Fördermechanismen und
kulturpolitische Steuerung sowie deren Einfluss auf Sichtbarkeit und
Karriereverläufe.

2. Räume und Rollen
Welche Orte wurden Künstlerinnen zugewiesen, welche haben sie sich selbst
geschaffen? Atelier, Institution, Off-Raum und öffentlicher Raum als Orte
ästhetischer und sozialer Verhandlung.

3. Künstlerische Strategien, Bildsprachen und Selbstentwürfe
Motivik, Körperbilder, Ornament, Pop-Ästhetik, Narration, Ironie und
Formen der Selbstinszenierung.

4. Blick und Repräsentation
Der weibliche Blick als Perspektive auf Geschichte, Identität und
Gesellschaft; Selbst- und Fremdreflexion innerhalb weiblicher
Bildproduktion.

5. Widerstand und Schönheit
Ästhetische Strategien zwischen Anpassung und Opposition; Ornament, Dekor
und Sinnlichkeit als bewusste Gegenposition zu normativen Kunstbegriffen.

6. Rezeption, Ausstellungspraxis und Sammlungspolitik nach 1990
Integration, Marginalisierung und Neubewertung ostdeutscher Künstlerinnen
im gesamtdeutschen Kontext.

7. Theoretische und methodische Perspektiven
Feministische, gendersensible und postsozialistische Ansätze sowie Fragen
der Archivarbeit und Selbsthistorisierung.

8. Gegenwärtige künstlerische Praxis in Ostdeutschland
Arbeitsbedingungen, Förderstrukturen und künstlerische
Auseinandersetzungen mit Geschichte, Region und Identität.

Die Beiträge sollen ca. 20 Minuten lang sein und in Form von Vorträgen
präsentiert werden. Präsentationen können in deutscher oder englischer
Sprache gehalten werden. Visualisierungen (z. B. durch
PowerPoint-Präsentationen, Videos oder Bildmaterial) sind willkommen, um
die Argumentation zu untermauern und die Diskussion anzuregen.

Bitte senden Sie ein Abstract von maximal 1.500 Wörtern, das Ihr Thema und
Ihre Herangehensweise beschreibt, zusammen mit einer kurzen biografischen
Notiz (max. 150 Wörter) bis zum 17. Januar 2025 an Museumsdirektorin Dr.
Adina Christine Rösch unter der folgende E-Mail-Adresse:
adina.roesch@kulturstiftung-st.de

Beiträge können bis zum 13. April 2026 eingereicht werden. Rückmeldungen
erfolgen Ende Mai 2026.

Ansprechpartnerin:
Dr. Adina Christine Rösch
Museumsdirektorin

Museum Lyonel Feininger
Welterbestadt Quedlinburg
Schlossberg 11
06484 Quedlinburg

T: +49 3946 6895938-20
Mobil: +49 157 83986407
F: +49 3946 689 5938-24
adina.roesch@kulturstiftung-st.de
www.museum-feininger.de

Reference / Quellennachweis:
CFP: Künstlerinnen in Ostdeutschland 1949–heute (Quedlinburg, 12-13 Nov
26). In: ArtHist.net, Feb 28, 2026. <https://arthist.net/archive/51855>.

Zum 85. Geburtstag – Sighard Gille: Acht Fakten über sein imposantes Wandgemälde im Gewandhaus Leipzig

Jessica Conrad, MDR KULTUR , 25. Februar 2026:

Wer das Gewandhaus zu Leipzig betritt, kann sich seinem Anblick kaum entziehen: Das monumentale Wand- und Deckengemälde im Foyer erstreckt sich über mehr als 700 Quadratemeter, farbintensiv und voller Bewegung. Es zeigt Musik nicht nur, sondern macht sie spürbar. Geschaffen wurde es vom Leipziger Künstler Sighard Gille, einem prägenden Vertreter der Leipziger Schule. Anlässlich seines 85. Geburtstags am 25. Februar 2026 lohnt ein Blick auf dieses besondere Werk und seine Geschichte. weiterlesen…

 

KLASSE IN WEIßENSEE! Wolfgang Peuker und seine Schüler:innen

Die Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank würdigt Wolfgang Peuker anlässlich seines 25. Todestages mit der Ausstellung „KLASSE IN WEIßENSEE! Wolfgang Peuker und seine Schüler:innen. Sie zeigt die letzte Werkserie des Malers aus seiner Zeit in Berlin, wo er ab 1989 an der weißensee kunsthochschule berlin lehrte. weiterlesen…

11 Feb 2026 — 5 Jul 2026, Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank, Kaiserdamm 105, 14057 Berlin, https://kunstforum.berlin/ausstellung/klasse-in-weissensee/

Eine Prise Paris-Flair: Wolfgang Leber, der späte Matisse von der Spree

Ingeborg Ruthe, in: Berliner Zeitung, 14.2.2026:

Wolfgang Leber, der „französischste“ aller Maler im ruppigen Berlin, wird 90. Die Galerie Sandau richtet ihm die Geburtstagsschau aus. weiterlesen…

Wolfgang Leber: Zeiterleben. Geburtstagsausstellung in der Galerie Sandau, Tucholskystr. 38, Di–Sa 12–18 Uhr. Vernissage am 19. Februar, 18 Uhr. Vom 20. Februar bis 11. April