Neue Ausstellung in Cottbus: Kunstmuseum zeigt DDR-Kunst auf Faltrollos

rbb24, 17. Mai 2019:

Anfang der 1980er gab es in der DDR zahlreiche Künstler auf der Suche nach Wegen vorbei am staatlich kontrollierten Kunstbetrieb. Zu ihnen gehörten auch Dieter Ladewig, der am Cottbuser Staatstheater als Theatermaler arbeitet, oder der Cottbuser Künstler Hans Scheuerecker.
Sie entdeckten Faltrollos für sich, verschickten sogar einige als „Sperrgut“ an Freunde mit der Bitte, „Macht was daraus“. Bemalt kamen die Rollos dann wieder zurück. „Das Entfalten, das Ausrollen war dann auf einmal die Kraftentfaltung“, sagt Jörg Sperling vom DKW, der die Szene seit den 80er Jahren begleitet. weiterlesen…

50 Jahre Kunsthalle Rostock: Blick auf eine bewegte Geschichte

Deutschlandfunk Kultur, 15.05.2019, Jörg-Uwe Neumann im Gespräch mit Sigrid Brinkmann:

1969 eröffnet, ist die Kunsthalle Rostock der einzige Neubau eines Kunstmuseums in der ehemaligen DDR. Zwischenzeitlich sollte die Kunsthalle geschlossen werden, nun feiert sie Geburtstag und zeigt eine Ausstellung zu ihrer 50-jährigen Geschichte.
Die Kunsthalle war in der DDR das einzige Museum, das auch westliche Kunst zeigte, erzählt Jörg-Uwe Neumann. Er ist seit 2009 Leiter der Kunsthalle Rostock. Gebaut wurde das Museum für die Biennale der Ostseeländer und „die teilnehmenden Länder haben ausgewählt, wer gezeigt werden durfte. Dadurch sind auch abstrakte Positionen gezeigt worden, die vielleicht sonst gar nicht durchgerutscht wären“, erklärt Neumann. weiterhören…

„69/19. Die Kunsthalle Rostock. Ein halbes Jahrhundert für die Kunst“. 17. Mai 2019 bis 13. Oktober 2019, Kunsthalle Rostock

Eröffnung des neuen Depots des Kunstarchivs Beeskow

News-Port, 10.5.2019:

Das Kunstarchiv Beeskow beherbergt einen außergewöhnlichen Bestand bildender Kunst, der vor 1990 im Besitz von Parteien, Massenorganisationen und staatlichen Einrichtungen der DDR war. Diese zufällige wie abgeschlossene Zusammenstellung staatlich finanzierter Werke bietet heute facettenreiche Einblicke in das Kultur- und Kunstsystem der DDR: Hier können politische und gesellschaftliche Normen abgelesen, aber ebenso bildnerischen und ästhetischen Qualitäten nachgespürt werden.
Großformatige Ölgemälde, fragile Papierarbeiten, schwere Bronzebüsten, feine Keramik, aufwendig geknüpfte Wandteppiche – nicht nur die Quantität, besonders die Vielfalt des Beeskower Bestands verlangt eine Depotanlage, die für jedes Werk einen adäquaten Standort bietet. Mittels des Förderprogramms Invest Ost konnte eine solche sachgerechte Unterbringung geschaffen werden. Im Rahmen von Führungen, Veranstaltungen und Studioausstellungen ist es nun möglich, die Kunstwerke für eine breite Öffentlichkeit sichtbar und erlebbar zu machen.
Diese Erneuerung wird nun am 29. Mai 2019, ab 14 Uhr in Anwesenheit der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Dr. Martina Münch, dem Landrat des Landkreis Oder-Spree Rolf Lindemann sowie dem Bürgermeister der Stadt Beeskow Frank Steffen gefeiert! Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kunstarchivs führen durch die neuen Räumlichkeiten, im Freien können Groß und Klein sich bei einem Wandbild-Workshop des Künstlerduos Various&Gould inspirieren lassen oder einfach bei einem kühlen Getränk den Frühsommer genießen. Zum Abschluss dieses festlichen Nachmittags und zu Ehren der Kunst spielt der renommierte Jazzposaunist Conny Bauer. weiterlesen…

Kunstsammlung Lausitz widmet Bettina Winkler zum 75. Geburtstag Schau

Jürgen Weser, in: Lausitzer Rundschau, 23.4.2019:

Seit Jahren gehört der Cottbuser Malerin und Grafikerin Bettina Winkler mit dem Gemälde „Im TKC“, also im Textilkombinat Cottbus, aus dem Jahr 1986 ein fester Platz. Nun gibt es aus Anlass ihres 75. Geburtstages in diesem Jahr endlich eine Einzelausstellung in der Kunstsammlung Lausitz. Gezeigt werden nicht Bettina Winklers Tafelbilder mit traditionellen Themen wie Stillleben, Landschaft und Porträt, denen sie sich lange Zeit widmete, sondern 60 zumeist jüngere Arbeiten als Collagen, Übermalungen, Assemblagen und Montagen bis hin zu Arbeiten mit Papier. weiterlesen…

Interview: Ostdeutsche Kunst ist nicht DDR-Kunst

BR24, 8.4.2019:

Potsdam wird ein Museum für die Kunst der DDR bekommen. Die Stadtverordnetenversammlung hat zu diesem Zweck dem Verkauf des früheren Speiselokals „Minsk“ an die Stiftung des SAP-Gründers Hasso Plattner zugestimmt. Plattner hat schon einen Museumserfolg in Potsdam: das restaurierte Palais Barberini, in dem derzeit eine Picasso-Ausstellung gezeigt wird. Der Dresdner Kulturwissenschaftler Paul Kaiser im Gespräch mit Judith Heitkamp über die heutige Wahrnehmung und Darstellung von ostdeutscher Kunst. anhören…

Annemirl Bauer: Die Madonna vom Prenzlauer Berg

Annett Gröschner, in: Zeit-online, 10.4.2019:

Die Malerin Annemirl Bauer machte den Mund auf gegen das DDR-Regime. Am 10. April wäre sie 80 Jahre alt geworden. Der Westen des Landes muss sie erst noch entdecken. weiterlesen…

Schloss Achberg zeigt Kunst der DDR von 1945 bis 1990

Helmut Voith, in: Schwäbische, 14.4.2019:

Die Kuratorin Doris Blübaum berichtete, dass sie erstmals 2016 über die jetzt realisierte Idee gesprochen habe – es ist das fünfte von ihr kuratierte Projekt in Schloss Achberg. Neue, spannende Einblicke in die Kunst der DDR seien zu gewinnen, denn neben der Auftragskunst habe es auch oppositionelle Künstler gegeben: „Die Kunst war facettenreich, dazu gehörten auch Abstraktion und Mail-Art.“
Etwa hundert Werke hat sie aus einem Fundus von 600 Gemälden, 3000 Graphiken und 150 Skulpturen aus der DDR ausgewählt und in Schloss Achberg überzeugend präsentiert. Interessant, dass sich die dogmatische Starre der staatlich vorgeschriebenen Kunst nicht aufrechterhalten ließ, dass das künstlerische Selbstverständnis sich wandelte. weiterlesen…

13. April bis 21. Juli 2019, Ost:Nordost. Kunst aus der DDR. Werke des Staatlichen Museums Schwerin. http://www.schloss-achberg.de/programm-fuer-kinder-jugendliche-familien/kinderkunstwerkstatt/ostnordost.html


13. April bis 21. Juli 2019

Konf: Museen in der DDR – Rostock 06/19

Richard Schöne Gesellschaft für Museumsgeschichte e.V.
02.06.2019-04.06.2019, Rostock, Kunsthalle Rostock / Hamburger Straße 40
/ 18069 Rostock
Bald 30 Jahre nach Ende der DDR steht eine umfassende Auseinandersetzung
mit ihrer Museumsgeschichte über verschiedene Museumsgattungen hinweg
noch aus. Dabei haben Museen grundsätzlich eine große Nähe zum
Volksbildungsgedanken und weisen eine hohe Ideologisierungsfähigkeit
auf, ideale Ansatzpunkte für eine staatliche Kulturpolitik. Die Richard
Schöne Gesellschaft für Museumsgeschichte e. V. hat sich vorgenommen,
dem Forschungsfeld durch die Ausrichtung einer internationalen
Konferenz neue Impulse zu geben. In Kooperation mit der Kunsthalle
Rostock, bekannt als einziger Museumsneubau der DDR, sollen
abgeschlossene wie laufende, zumeist nur wenig vernetzte
Forschungsarbeiten zum Thema zusammengebracht werden.
Anmeldung unter http://www.richard-schoene-gesellschaft.de
In Kooperation mit der Kunsthalle Rostock und der Universität Rostock,
gefördert durch die Bundessstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
und die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern.

So., 02.06.2019
15:30-16:30 Uhr Kuratorenführung in der Kunsthalle mit Elke Neumann,
M.A., Kuratorin der aktuellen Ausstellung "Palast der Republik"
(Treffpunkt: Foyer, Kunsthalle) - Teilnahme nur auf Voranmeldung!
18 Uhr Begrüßung (Kunsthalle / RSG / Universität Rostock)
18:30-19:00 Uhr: Die Biennale der Ostseeländer - der Ursprung der
Kunsthalle Rostock. Eine internationale Ausstellungsreihe in der DDR
begründet ein Museum und seine Sammlung (Elke Neumann, M.A.)
19:00-19:45 Uhr: Abendvortrag: Zwischen bürgerlich-humanistischer
Tradition und sozialistischen Anforderungen - Entwicklungsstadien der
Museen in der DDR (Dr. Wolf Karge)
ab ca. 19:45 Uhr Abendempfang
Mo., 03.06.2019
9:30 Uhr Begrüßung
I. Kulturpolitische Rahmenbedingungen der Museumsarbeit in SBZ & DDR /
Moderation: Dr. Jan Scheunemann
9:45-10:05 Uhr: Museen: "Bildungsstätten ersten Ranges" - Zum
Wiederaufbau der Museen in der SBZ nach 1945 (Dr. Maike Steinkamp)
10:15-10:35 Uhr: Das Museum als moderner ästhetischer Bildungsort auch
in der DDR? Optionen und Grenzen einer offeneren Museumspolitik des
Ministeriums für Kultur 1963-1969 (Dr. Kristina Kratz-Kessemeier)
10:45-11:05 Uhr: From 'Berlin baut auf' to '40 Jahre DDR': The Berlin
Zeughaus and Museum for German History in the context of popular
education and socialist museology (Dr. Mary-Elizabeth Andrews)
11:15-11:30 Uhr Kaffeepause
Internationale Beziehungen / Moderation: Dr. Jan Scheunemann
11:30-11:50 Uhr: Der Weg zur Rückführung von Kulturgütern aus der
Sowjetunion in die DDR (1958). Die Schlüsselrolle der Berliner Museen
(Dr. Petra Winter)
12:00-12:20 Uhr: Das Staatliche Museum Schwerin und seine
internationalen Beziehungen vor dem Mauerfall 1989 (Dr. Kornelia Röder
und Dr. des. Patricia Dick)
12:30-12:50 Uhr: Auslandskulturpolitik als Dilemma. Zum Umgang der DDR
mit Forderungen nach Rückgabe von Objekten kolonialer Provenienz (Dr.
Holger Stoecker)
13:00-14:00 Uhr Mittagspause
Museologie und Museumsgestaltung / Moderation: Dr. Sven Kuhrau
14:00-14:20 Uhr: Zur Berliner
Museologinnen-/Museums-kundlerinnen-Ausbildung vor dem Beitritt der DDR
und danach in der BRD (Prof. Dr. Oliver Rump)
14:30-14:50 Uhr: Die DDR-Museologin Ilse Jahn vom Museum für Naturkunde
Berlin, die marxistisch-leninistische Museologie und die Grundprinzipien
zur Ausstellungsgestaltung nach Ilse Jahn (Melanie
Scheil, B.A.)
15:00-15:20 Uhr: Formen einer neuen Macht. Architektur und Design von
Museen in der DDR (Nikolaus Bernau, M.A.)
15:30-15:50 Uhr: Ausstellungsgestaltung in der SBZ/DDR. Konzepte -
Formen - Traditionen (Arne Lindemann, M.A.)
16:00-16:20 Uhr Kaffeepause
Sammlungskonzepte & Objektbewegungen / Moderation: Dr. Sven Kuhrau
16:20-16:40 Uhr: Museum und Bodenreform. Der Umgang mit enteignetem
Kunst- und Kulturgut in der SBZ/DDR (Dr. Jan Scheunemann)
16:50-17:10 Uhr: Zwischen Schlossbergung und Kommerzieller
Koordinierung. Kritische Provenienzen in brandenburgischen
Museumssammlungen bis 1990. (Alexander Sachse, M.A.)
17:20-17:40 Uhr: Sammeln von Gegenwart in Geschichtsmuseen der DDR. Ein
Konzept zwischen Ideologie und Vernachlässigung (Dr. Andreas Ludwig)
Die., 04.06.2019
09: 30 Begrüßung
Vielfältige Museumslandschaft in der DDR? Überblicke und
Fallbeispiele / Moderation: Nikolaus Bernau, M.A.
09:45-10:05 Uhr: Von Schiller zu Schlegel - das späte "Erbe"-Verständnis
in der DDR im Spiegel der Literatur- und Theatermuseen (Dr. Silke Flegel
und Dr. Frank Hoffmann)
10:15-10:35 Uhr: Jenseits der DDR. Zeitgenössische Kunst aus Ost und
West in der Gemäldegalerie Neue Meister zwischen 1945 und 1990 (Kathleen
Rosenthal)
10:45-11:05 Uhr: Indianer. Leipzig's Völkerkundemuseum between
Ethnography, Popular Culture and Ideology (Dr. Frank Usbeck)
11:15-11:35 Uhr Kaffeepause
11:35-11:55 Uhr: Agrargeschichte im "Arbeiter-und-Bauern-Staat":
Freilichtmuseen in der DDR (Dr. Uta Bretschneider)
12:05-12:25 Uhr: Wissenschaft und Technik im Museum: Die Polytechnischen
Museen der DDR 1968- 1990 (Dr. Martin Weiss)
12:35-12:55 Uhr: Gründung und Entwicklung zweier maritimer Museen der
DDR in Rostock 1968-1990 (Dr. Peter Danker-Carstensen)
13:00-14:00 Uhr: Diskussionsrunde und Abschlusspanel

Lukas Cladders
Hermannstraße 77
12049 Berlin
museen-in-der-ddr [a t] richard-schoene-gesellschaft.de
Homepage http://www.richard-schoene-gesellschaft.de
URL zur Zitation dieses Beitrages
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=39970

Verstörende Deutlichkeit – Leipziger Ausstellung zeigt „Künstlerreisen in der DDR“

Thomas Mayer, in: Leipziger Volkszeitung, 12.04.2019:


„Die Mehrzahl der sonst kaum gezeigten Reisebilder wurde ab etwa 1970 von staatlichen Institutionen und gesellschaftlichen Organisationen erworben und der damaligen Karl-Marx-Universität für die Ausstattung ihrer Neubauten überwiesen. Als Zeugnisse eines wenig bekannten Kapitels der DDR-Kulturpolitik gilt es, diese Werke 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution neu in den Blick zu nehmen und auf Qualität, Entstehungsgeschichte und ideologischen Gehalt hin zu befragen“, sagt [die Kuratorin Cornelia] Junge. weiterlesen…

„Künstlerreisen in der DDR – Hinter dem Eisernen Vorhang“, bis 13. Juli, geöffnet Di–Fr 11–18 Uhr, Sa 11–14 Uhr; Galerie im Neuen Augusteum, Augustusplatz 10; http://www.uni-leipzig.de/kustodie

Hasso-Plattner-Stiftung will „Minsk“ zu Museum für ostdeutsche Kunst machen

Peter Degener, in: Märkische Allgemeine Zeitung, 30.3.2019:

Überraschende Wendung im Architekturstreit um das „Minsk“: Die Hasso-Plattner-Stiftung will das ehemalige Terrassenrestaurant am Potsdamer Brauhausberg sanieren, zum Museum für DDR-Kunst machen – und dort ihre Sammlung zeigen. weiterlesen…

Vgl. auch: https://www.pnn.de/kommentar-ddr-kunst-im-minsk-ist-ein-akt-der-versoehnung/24152524.html
https://www.deutschlandfunkkultur.de/ddr-kunstmuseum-fuer-potsdam-versoehnende-rettung-der.1013.de.html?dram:article_id=444910
https://www.pnn.de/potsdam/museum-barberini-potsdam-wo-plattners-ddr-kunst-noch-zu-hause-ist/24158156.html
https://www.pnn.de/potsdam/das-grosse-hasso-plattner-interview-wir-sind-sehr-roh-mit-den-menschen-umgegangen/24161128.html