„Eigentlich will ich ja optimistisch sein“

Michael Müller im Gespräch mit Dagmar Ranft-Schinke, in: Freie Presse, 14.10.2019:

Herbst 89: Die Malerin und Grafikerin Dagmar Ranft-Schinke über Kunst und Opposition in der DDR, alte Kränkungen und neue Sorgen. weiterlesen…

Städtische Galerie: Malerei der X. DDR-Kunstausstellung

Südeutsche Zeitung/dpa, 11.10.2019:

Eine mit „Das Ende der Eindeutigkeit“ betitelte Schau der Städtischen Galerie Dresden versammelt noch einmal 34 Gemälde der X. Kunstausstellung der DDR 1987/1988. 30 Jahre nach der politischen Wende werde damit erneut Einblick in einen Bilderkosmos gegeben, der Teil einer kulturellen Selbstvergewisserung sei, sagte Direktor Gisbert Porstmann am Freitag. weiterlesen…

Rostocker Kunsthalle bietet ostdeutscher Kunst viel Raum

Main-Echo/dpa, 11.10.2019:

Die Wie­der­ve­r­ei­ni­gung ist fast übe­rall im deut­schen Le­ben an­ge­kom­men, die bil­den­de Kunst hat sie of­fen­sicht­lich aus­ge­las­sen – zu­min­dest nach Mei­nung des Chefs der Ro­s­to­cker Kunst­hal­le, Jörg-Uwe Ne­u­mann. »Es gibt ei­ne deut­sche Kunst und ei­ne Ost­kunst«, sagt er. weiterlesen…

Museum für Aktuelle Kunst Durbach: Letzte Ausstellung

Anne-Marie Glaser, in: Stadtanzeiger Ortenau, 7.12.2019:

Nach Beendigung der jetzigen Ausstellung „Kunst Kosmos Oberrhein“ am Sonntag, 13. Oktober 2019, wird das Museum für Aktuelle Kunst in Durbach keine weiteren Ausstellungen mehr durchführen, heißt es in einer Pressemitteilung.
[…]
Das Museum hat seit seinem Bestehen wiederholt große Ausstellungen mit nationaler Beachtung durchgeführt; so auch zu Themen der ostdeutschen Kunst. Die Sammlung Hurrle beinhaltet die umfangreichste Privatsammlung von DDR-Kunst. weiterlesen…

Bundespräsident holt kritische DDR-Kunst nach Bellevue

Der Tagesspiegel, 30.8.2019:

Was bleibt von der DDR? Auf jeden Fall viele Kunstwerke, die dieses Kapitel deutscher Gesellschaftsgeschichte auf hohem Niveau reflektierten. Davon zeigte sich Steinmeier überzeugt, als er am Donnerstag die Mini-Werkschau in seinem Amtssitz in Anwesenheit der fünf Künstler eröffnete. Auf die Idee dazu hat ihn die Ausstellung „Hinter der Maske“ mit Kunst aus der DDR gebracht, die er vor eineinhalb Jahren im Palais Barberini in Potsdam eröffnete. weiterlesen…

„Wir lernen nicht aus der Geschichte“

Freie Presse, 11.9.2019:

Künstler Siegfried Otto Hüttengrund über politische Kunst in der DDR – und warum er heutige Demagogie noch nicht verarbeitet hat. weiterlesen…

Utopie und Untergang in der DDR-Kunst

Helga Meister, in: Westdeutsche Zeitung, 5.9.2019:

Eine große Schar von Meisterwerken der Haupthelden aus Ostdeutschland hat der junge Kurator Steffen Krautzig im Düsseldorfer Museum Kunstpalast versammelt. weiterlesen…

Vgl. auch https://www.neues-deutschland.de/artikel/1126222.kunst-der-ddr-absturz-und-auferstehung-des-ikarus.html, https://www.freiepresse.de/kultur-wissen/kultur/die-mauer-in-den-museen-artikel10609596, https://www.deutschlandfunkkultur.de/utopie-und-untergang-kunst-in-der-ddr-in-duesseldorf-am.1013.de.html?dram:article_id=458048

Die Ausstellung“Utopie und Untergang. Kunst in der DDR“ ist bis 5. Januar 2020 dienstags bis sonntags 11 bis 18, donnerstags bis 21 Uhr im Kunstpalast Düsseldorf, Ehrenhof 4 – 5, zu sehen.

CFP: Friedliche Revolution und Transformation (Potsdam, 2-4 Apr 20)

Fachhochschule Potsdam, 02. – 04.04.2020
Eingabeschluss: 30.11.2019

CFP
Friedliche Revolution und Transformation nach dem Mauerfall als Bildthema in der Kunst, Fachhochschule Potsdam (Potsdam, 2.–4. April 2020)

Der Mauerfall im Jahr 1989 war für viele Menschen nicht nur ein unvorstellbares Ereignis, er ereignete sich auch in einer enormen Geschwindigkeit. Eingeleitet wurde er durch eine Friedliche Revolution, die letztlich in der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland mündete. Der 30. Jahrestag gibt Anlass für diese Tagung.
Der erste Teil der Tagung geht der Frage nach, wie die Themen der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung von Künstlern in Ost- und Westdeutschland sowie im Ausland aufgegriffen und künstlerisch bearbeitet wurden. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Themen selbst, sondern auch die Frage, wie sich die künstlerische Reflexion über das Thema im Laufe der letzten 30 Jahre verändert hat. Verglichen werden soll, ob sich in den künstlerischen Darstellungen aus der Zeit vor und nach der Wende eine Veränderung feststellen lässt und wie sie sich in einem deutsch-deutschen Vergleich unterscheidet.
Die seitdem begangenen Jahrestage gaben immer wieder Anlass für künstlerische Auseinandersetzungen sowie für Ausstellungen. Schon 1990, ein Jahr nach dem Mauerfall, initiierten der Dramatiker Heiner Müller und die beiden KünstlerInnen Rebecca Horn und Jannis Kounellis die Ausstellung „Die Endlichkeit der Freiheit“, die mit temporären Aktionen und Installationen in West- und Ost-Berlin den Mauerfall thematisierte. Insbesondere anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Mauerfalls fand eine Reihe von Ausstellungen statt, so zum Beispiel die Open-Air-Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/90“ auf dem Berliner Alexanderplatz, die Ausstellung „20 Jahre Deutsche Einheit – 20 Große Deutsche Maler“ im Kunstforum Berliner Volksbank und in der Johanneskirche Berlin sowie die Ausstellung „20 Jahre Mauerfall – 20 Deutsche Maler“ in der Johanneskirche Saarbrücken. Feierten diese Ausstellungen noch den Mauerfall, so konzentrierte sich das Germanische Nationalmuseum Nürnberg im selben Jahr in seiner Ausstellung „Kunst und Kalter Krieg. Deutsche Positionen 1945–1989“ auf den 60. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, wobei Künstler aus West- und aus Ostdeutschland ausgestellt wurden. Neben verschiedenen Ausstellungen bildete zum 25. Jahrestag eine Lichtinstallation entlang des ehemaligen Mauerverlaufs quer durch Berlin den Höhepunkt. 2019 nun thematisiert eine Open-Air-Ausstellung die Geschichte der Friedlichen Revolution, indem sie historisches Film- und Bildmaterial aus der Umbruchzeit von 1989/1990 an Originalschauplätzen im gesamten Berliner Stadtgebiet projiziert, und bei der Kunstinstallation „Deine Vision im Himmel über Berlin“ von Patrick Shearn sollen im November 30.000 Botschaften über der Straße des 17. Juni schweben. Hauptsächlich zeigen dieses Jahr jedoch verschiedene Ausstellungshäuser Kunst aus der DDR, etwa die Kunsthalle Rostock mit der Ausstellung „Palast der Republik. Utopie, Inspiration, Politikum“ und das Museum Kunstpalast in Düsseldorf mit der Ausstellung „Utopie und Untergang. Kunst in der DDR“. In diesen Ausstellungen steht mithin nicht der Mauerfall, sondern die Kunst der DDR im Fokus. Neben Analysen von Kunstwerken, die explizit für eine der Ausstellungen zum Mauerjubiläum entstanden, sind Analysen einzelner künstlerischer Arbeiten zu diesem Thema auf der Tagung willkommen.
Der zweite Teil der Tagung untersucht die formale und inhaltliche Entwicklung des Œuvres von Künstlern aus dem geteilten Deutschland in den 30 Jahren nach der Wiedervereinigung. 30 Jahre nach dem Mauerfall hat sich das Interesse an der Kunst aus der DDR ebenso stark gewandelt wie auch ihre Bewertung. Wurde ihr anfänglich als Auftragskunst und aufgrund des vermeintlichen Fehlens künstlerischer Freiheit teilweise sogar der Kunststatus abgesprochen (Bilderstreit), ist nunmehr das kunsthistorische Interesse geweckt. Doch während sich Kunstwissenschaft und Ausstellungshäuser hauptsächlich mit dem Vorwende-Œuvre der in der DDR geborenen Künstler beschäftigen, untersucht die Tagung nun die Bildgenese vor und nach dem Mauerfall. Insbesondere interessiert hierbei, ob und wie sich das Werk der in der DDR lebenden Künstler durch den Mauerfall veränderte und ob sich in ihren künstlerischen Arbeiten der Freiheitsgewinn durch die Wiedervereinigung ausdrückt.
Berücksichtigt werden muss, dass sich die Kunst in der DDR natürlich auch im Zeitraum zwischen 1949 und 1989 stark verändert hat, und längst belegt die gegenwärtige Forschung, dass Bezeichnungen wie DDR-Kunst oder Sozialistischer Realismus unzulänglich sind. Der Einheitsbegriff, der sich in einer topologischen Zuschreibung über einen Zeitraum von 40 Jahren begründet, greift zu kurz. Dazu haben sich die politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen viel zu stark verändert. Diese Veränderungen können sowohl im Œuvre einzelner Künstler als auch in der künstlerischen Stilgenese aufgezeigt werden. Somit kann der Mauerfall sicherlich als eine große Zäsur in der deutschen Kunstgeschichte gesehen werden, doch das Problem von Zäsuren ist, dass man sie an großen politischen Ereignissen festmacht, denen vielfach kulturelle und soziale Entwicklungen vorausgingen. Ohne diese kulturellen und sozialen Entwicklungen wäre der Fall der Mauer wohl nicht eingetreten. Die politische Lockerung auf kultureller Ebene in der DDR seit den 1970er Jahren etwa lässt sich in der Kunst der später 1970er und 1980er Jahre nachvollziehen, wie sie in der derzeitigen Ausstellung Point of No Return. Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst im Museum der bildenden Kunst in Leipzig zu sehen ist. Die dort ausgestellten Werke lassen sich dem Stilbegriff des Sozialistischen Realismus eben gerade nicht subsumieren.
Trotz dieser Erkenntnis fällt auf, dass Forschungsarbeiten und Ausstellungen zum Thema Kunst der DDR sich auf den Zeitraum 1949–89 konzentrieren und dabei die künstlerische Entwicklung nach 1989 aus dem Blick gerät. Die Tagung widmet sich nun dieser Forschungslücke und untersucht, ob sich durch den Fall der Mauer die Werke ostdeutscher Künstler in ihrer Bildgenese formal neuen künstlerischen Ausdrucksformen zuwandten und politische Themen, insbesondere kritische Positionen zu Politik, Gesellschaft und Kultur, angesprochen wurden.
Bei der Tagung sollen jedoch nicht nur die künstlerischen Veränderungen in Ostdeutschland nach dem Mauerfall untersucht werden. Vielmehr soll der Blick auch gegen Westen gerichtet werden. Zu fragen ist dabei etwa, inwieweit die aktuellen Themen der deutsch-deutschen Wiedervereinigung auch von westdeutschen Künstlern aufgegriffen wurden und inwieweit sich die Westkunst durch die Kunst der DDR verändert hat.
Als Ausgangshypothese dient die Annahme, dass in den beiden deutschen „Frontstaaten“ des Kalten Krieges auch die Künste trotz ihrer gegensätzlichen weltanschaulich-ideologischen Ausrichtungen in ihren wesentlichen Praktiken und Leitbildern aufeinander bezogen und miteinander verflochten waren. Diese Überlegungen knüpfen an Forschungsmethoden der neuesten Geschichte und der Zeitgeschichte an, die nunmehr eine deutsch-deutsche Verflechtungsgeschichte schreiben. Dass die Geschichte der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts nicht immer als eine deutsch-deutsche Geschichte verstanden wurde, belegen Ausstellungen und Kataloge zur deutschen Kunst im 20. Jahrhundert, die lediglich die Westkunst thematisieren. Überlegungen zur deutsch-deutschen Verflechtungsgeschichte fehlen in der Kunstgeschichte bis dato. Dass die Künste in den beiden Bruderstaaten ohne die Untersuchung der künstlerischen Praktiken im jeweils anderen Staat nur in Ansätzen verstanden werden kann, wurde bis jetzt nicht thematisiert. Angesichts dessen liegt der Fokus der Tagung auf der wechselseitigen Einflussnahme der west- und ostdeutschen Kunst nach dem Mauerfall. Von Interesse ist somit nicht nur, inwieweit sich die Kunst der Künstler der DDR nach dem Mauerfall verändert hat, sondern auch, inwieweit die Darstellungsweise der Westkunst sich von der Kunst der DDR hat beeinflussen lassen. Eine große Erfolgsgeschichte schrieben beispielsweise Künstler wie Neo Rauch und die Neue Leipziger Schule. Solche Erfolgsgeschichten bleiben nicht ohne Effekte, die sich auch in künstlerischen Werken im Westen niederschlagen.

Ein Exposé für einen 30-minütigen Vortrag sowie einen kurzen Lebenslauf senden Sie bitte bis zum 30. November 2019 per E-Mail an Prof. Dr. Susanne König, FH Potsdam, koenig@fh-potsdam.de.

Unter Voraussetzung der Bewilligung des Förderantrags können für die Referenten und Referentinnen die Kosten für Anfahrt, Übernachtung und gemeinsame Verpflegung ersetzt werden. Die Tagungsbeiträge werden in einer Publikation veröffentlicht.

Quellennachweis:
CFP: Friedliche Revolution und Transformation (Potsdam, 2-4 Apr 20). In: ArtHist.net, 11.09.2019. Letzter Zugriff 23.09.2019. <https://arthist.net/archive/21543>.

CONF: Demokratisierung des Kunstbetriebs? (Dresden, 10-11 Oct 19)

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 10. – 11.10.2019
Anmeldeschluss: 07.10.2019

Wer bestimmt, was in einer Ausstellung hängt? Für wen und von wem soll Kunst gemacht werden? Wie sollen Geld und Aufmerksamkeit verteilt werden? Kann der Kunstmarkt demokratisch sein? Diese Fragen waren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zentral, als in der Bundesrepublik Deutschland sowie in der DDR eine Demokratisierung der Kunst und des Kunstbetriebs angestrebt wurde. Unter verschiedenen Systembedingungen erprobten die Akteure die Umsetzung demokratischer Prinzipien wie Freiheit, Gleichheit, Partizipation und Pluralismus. Sie verliehen dem Demokratiebegriff Bedeutung, indem sie ihn in konkrete gesellschaftliche Praxis überführten.

Mit der Tagung sollen die unterschiedlichen Auslegungen und Umsetzungsversuche von Demokratisierung im Kunstbetrieb der Bundesrepublik und der DDR historisch vergleichend an konkreten empirischen Beispielen erkundet werden. Der Prozessbegriff der „Demokratisierung“ wird dabei zum einen als politisches Schlagwort historisiert und zum anderen als Analysekategorie für gesellschaftliche Praktiken erprobt. Damit wird nicht nur an ein zeitgeschichtliches Interesse am Demokratiebegriff angeknüpft, sondern auch versucht, die Trennung zwischen west- und ostdeutschen Kunstgeschichten zu überwinden.

Im Rahmen der Tagung werden ausgewählte Dokumente aus dem Archiv der Avantgarden (AdA) der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gezeigt, das in seiner Sammlung von 1,5 Millionen Objekten eine Vielzahl von Materialien zur Fragestellung der Demokratisierung von Kunst und Kunstbetrieb beherbergt.

Programm

Auftakt am Donnerstag, 10. Oktober 2019, 18 Uhr, mit dem „Zukunftsforum: Wer schreibt wessen Kunstgeschichte? Wie sieht das demokratische Museum von morgen aus?“ im Rahmen der Ausstellung „Die Erfindung der Zukunft“ im Japanischen Palais mit Prof. Dr. Monica Juneja (Heidelberg), Prof. Dr. Nora Sternfeld (Kassel) und Prof. Dr. Marion Ackermann (Dresden).

Freitag, 11. Oktober 2019

9:30 Begrüßung (Prof. Dr. Gilbert Lupfer, Dresden)
9:45 Einführung (Norma Ladewig, Berlin und Martin Hartung, Zürich)

10:15–12:15
Panel 1: Demokratisierung und Partizipation im Ausstellungsbetrieb
Moderation: Dr. Agnes Matthias (Dresden)

Dr. Christian Saehrendt (Thun): Der Kurator als Diktator. Die provozierende Macht der documenta-Chefkuratoren – Eine Recherche im Kasseler documenta-Archiv

Dr. Angelika Weißbach (Berlin): Künstler als Kuratoren – Die AG Leonhardi-Museum in Dresden (1963-1990)

Paula-Marie Kanefendt, M.A. (Leipzig) und Thomas Land, M.A. (Erfurt): Theorie und Praxis der Demokratisierung anhand des Westberliner Kunstvereins neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) von 1969 bis 1990

PD Dr. Edith Raim (Augsburg): Verweigerte Demokratisierung (am Beispiel der Bayerischen Akademie der Schönen Künste)

12:30–13:30 Mittagspause

13:30–15:00
Panel 2: Demokratisierung der Kunstproduktion
Moderation: Prof. Dr. Gilbert Lupfer (Dresden)

Dr. Paul Kaiser (Dresden): Folgenreiche Begegnung. Demokratisierungsmotive von Künstlern und Partizipationschancen von Arbeitern im DDR-Kunstbetrieb der 1960er/70er Jahre

Dr. des. Constanze Fritzsch (Dresden): Gibt es eine Zukunft in der Vergangenheit? Retrogarde Betrachtungen der sozialistischen Utopien

Dr. Björn Egging (Dresden): Trivialgrafik und Massenauflage. Zur künstlerischen Strategie in der Druckgrafik KP Brehmers

15:00–15:30 Kaffeepause

15:30–17:00
Panel 3: Demokratisierung auf dem Kunstmarkt
Moderation: Romy Kraut, M.A. (Dresden)

Martin Hartung, M.A. (Zürich): „Wir betreten den Kunstmarkt“. Zur Erprobung von Demokratie in den Anfangsjahren der Kölner Kunstmesse

Dr. Dorothee Wimmer (Berlin): Niki de Saint Phalle, Yves Klein und die Nouveaux Réalistes: Partizipation als antiautoritäres Demokratisierungsprinzip?

Norma Ladewig, M.A. (Berlin): Freiheit und Gerechtigkeit in den westdeutschen Debatten um die Alterssicherung bildender Künstler in den 1960er und 1970er Jahren

17:00–17:30 Abschlussdiskussion und Resümee

Tagungskonzeption und -koordination Martin Hartung (ETH Zürich) und Norma Ladewig (FU Berlin) in Kooperation mit der Abteilung Forschung und wissenschaftliche Kooperation der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Mit freundlicher Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung.

Veranstaltungsort:

Japanisches Palais
Palaisplatz 11
01097 Dresden
Vortragsraum Erdgeschoss

Anfahrt ÖPNV
Straßenbahn Linie 9, Haltestelle Palaisplatz
10 Minuten Fußweg vom Bahnhof Dresden-Neustadt

T +49(0)351 – 49 14 2000
www.skd.museum

Um Anmeldung bis zum 7. Oktober 2019 wird gebeten unter FwK@skd.museum.

Quellennachweis:
CONF: Demokratisierung des Kunstbetriebs? (Dresden, 10-11 Oct 19). In: ArtHist.net, 11.09.2019. Letzter Zugriff 23.09.2019. <https://arthist.net/archive/21526>.

Begleittagung zu „Point of No Return. Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst“

Die Zäsur von »1989« erweist sich auf dem Gebiet der bildenden Kunst als der Beginn eines unabgeschlossenen, historisch einzigartigen Umbruch- und Transformationsprozesses. Dieser gerät zunehmend in den Fokus der internationalen Geschichts- und Kulturwissenschaften. Im Zuge einer forcierten Thematisierung »von außen« stellt sich die Frage, inwieweit die vorschnellen Kanonisierungen in Deutschland »von innen« – insbesondere die offenen und verdeckten Marginalisierungspraxen gegenüber der in der DDR und der auf ihrem einstigen Gebiet nach 1989 entstandenen ostdeutschen Kunst –, umgesetzt vom Kunstbetrieb, den Kunstmuseen und den Foren einer institutionalisierten Kunstgeschichte, radikal auf den Prüfstand historischer Analyse gehören.

Die Öffentliche Tagung findet anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Museum der bildenden Künste statt (Laufzeit bis 3.11. 2019). Sie widmet sich einerseits den Transformationsprozessen im Kunstbetrieb (inklusive ihrer Wert- und Rangproduktion) und andererseits der entscheidenden Frage der Kontextualisierung der im Osten Deutschlands entstandenen Kunst. Die Tagung versucht dabei neue Perspektiven auf die ostdeutsche Kunst zu eröffnen; auch als Gegenprobe zu den politischen und kunstbetrieblichen Gewissheiten des deutsch-deutschen Bilderstreites, in der eine tendenzielle Deklassierung der in der DDR und in Ostdeutschland entstandenen Kunst zu registrieren ist. Damit stellt sich die Tagung auch in den aktuellen medialen Diskurs um den Status der ostdeutschen Post-DDR-Transformation und die dabei zu konstatierenden strukturellen Verwerfungen in gesellschaftlichen Teilbereichen.

Vor dem Hintergrund postkolonialer Diskurse und der damit verbundenen aktuellen Inventur vorherrschender Narrationen ergibt sich somit die Chance eines unverstellten Blickes auf die politische und ästhetische Diversität in allen Segmenten ostdeutscher Künstlerschaft. In diesem Sinne, so eine der Grundhypothesen der Tagung, kann nicht weiter sinnvoll von homogenisierten Kunstbegriffen oder Künstlerrollen in der DDR und Ostdeutschland mehr ausgegangen werden. Vielmehr bietet die Tagung mit ihrem Fokus auf »Wende« und Umbruch die Möglichkeit, die divergierenden Positionen ostdeutscher Kunst aufzuzeigen, ohne abweichende Vorstellungen von vorneherein mit dem Kampfvokabular des deutsch-deutschen Bilderstreites für erledigt zu erklären.

Programm

Dienstag, 15. Oktober 2019
Museum der bildenden Künste Leipzig,
Katharinenstraße 10, 04109 Leipzig

16:00 Uhr Anmeldung Tagungsgäste

17:00 Uhr Begrüßung durch Dr. Alfred Weidinger, Direktor
des Museums der bildenden Künste Leipzig

17:15 Uhr Kuratorenführungen in der Ausstellung »Point
of No Return. Wende und Umbruch in der ostdeutschen
Kunst« im MdbK (Paul Kaiser, Christoph Tannert und Alfred Weidinger)

19:00 –21:00 Uhr Podiumsdiskussion »Point of No Return. Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst«
Moderation: Oliver Zybok (Kunstforum International)
Podiumsgäste: Thomas Bauer-Friedrich (Kunstmuseum Moritzburg
Halle/Saale), April Eisman (Universität Iowa), Paul Kaiser (Dresdner Institut für Kulturstudien), Christoph Tannert (Künstlerhaus Bethanien Berlin), Alfred Weidinger (Museum der bildenden Künste Leipzig)

Mittwoch, 16. Oktober 2019
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig,
Grimmaische Str. 6, 04109 Leipzig

Vorträge mit Diskussion
09:30 Uhr Begrüßung durch Dr. Jürgen Reiche, Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig

09:30 –10:15 Uhr Paul Kaiser (Dresdner Institut für Kulturstudien):
»1989« und die ostdeutsche Kunst. Plädoyer für eine Grenzüberschreitung

10:15 –11:00 Uhr Eckhart Gillen (Berlin): Zur Dialektik von Kunst –
autonomie, Avantgarde und Sozialistischem Realismus. Warum erst im Zusammenspiel von affirmativer und kritischer Kunst totalitäre
Systeme kenntlich werden

11:30 –12:15 Uhr Sabine Schmid (Villa Stuck München):
Mögliche Vergangenheiten. Über den Umgang mit fotografischen Bildern aus der/über die DDR

14:00–14.45 Uhr April Eisman (Universität Iowa): Ostdeutsche
Künstlerinnen vor und nach 1989

14:45–15:30 Uhr Christoph Tannert (Künstlerhaus Bethanien
Berlin): Pflöcke im Niemandsland. Rückblicke auf eine Kunst der Selbstbehauptung

16:00–16:45 Uhr Elke Neumann (Kunsthalle Rostock): Der »Palast
der Republik« als Politikum und Inspirationsquelle künstlerischer Arbeit im Prozess der deutschen Wiedervereinigung

16:45–17:30 Uhr Abschlussdiskussion

17:30 Uhr Ende der Veranstaltung

Kontakt

Dresdner Institut für Kulturstudien, Comeniusstraße 32, 01307 Dresden
+49 (0)351 48182-0 / +49 (0)351 481
+49 (0)351 48182-20

info@kulturstudien-dresden.de

Quelle: Point of No Return. Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst, 15.10.2019 – 16.10.2019 Leipzig, in: H-Soz-Kult, 26.08.2019, <www.hsozkult.de/event/id/termine-41014>.